Beeren, Nüsse und Kräuter

Pflanzliche Inhaltsstoffe und Mikronährstoffe für normale kognitive Funktionen

Ernährung und mentale Klarheit

Die Funktionsfähigkeit des menschlichen Gehirns hängt von einer komplexen Wechselwirkung zwischen Neurotransmittern, Blutfluss und zellulären Prozessen ab. Diese biologischen Systeme sind direkt von der Verfügbarkeit bestimmter Nährstoffe und bioaktiver Verbindungen abhängig, die über die Ernährung aufgenommen werden.

Bestimmte pflanzliche Inhaltsstoffe und Mikronährstoffe spielen eine nachgewiesene Rolle in den biochemischen Vorgängen, die für normale kognitive Funktionen erforderlich sind. Sie unterstützen die Synthese von Neurotransmittern, schützen neuronale Strukturen vor oxidativem Stress und fördern die zerebrale Mikrozirkulation.

Diese Website präsentiert eine fundierte Übersicht über die wichtigsten Nährstoffe und pflanzlichen Stoffe, ihre biochemischen Funktionen und ihre natürlichen Vorkommen in Lebensmitteln. Das Ziel ist, ein tieferes Verständnis für die Rolle der Ernährung bei der Aufrechterhaltung normaler kognitiver Funktionen zu vermitteln.

Reine Informationsinhalte. Keinerlei Wirkungs- oder Ergebnisversprechen.

Biochemische Grundlagen

Neurotransmitter-Balance

Die Synthese von Neurotransmittern wie Dopamin, Serotonin, Acetylcholin und GABA/Glutamat hängt von der Verfügbarkeit spezifischer Cofaktoren und Ausgangsstoffe ab. B-Vitamine (B6, B12, Folsäure) sind Cofaktoren in Methylierungsreaktionen und Aminosäuremetabolismus. Magnesium und Zink spielen katalytische Rollen bei der Neurotransmittersynthese und deren Rezeptor-Signalisierung.

Zerebrale Durchblutung

Eine ausreichende Blutversorgung des Gehirns ist essentiell für Sauerstoff- und Nährstoffversorgung. Polyphenole und bestimmte Pflanzenstoffe fördern die Funktion des Endothels und die Stickoxid-Produktion, was die Gefäßerweiterung unterstützt. Omega-3-Fettsäuren sind Komponenten von Zellmembranen und beeinflussen die Membranfluidität und Signalübertragung.

Neuroplastische Prozesse und antioxidativer Neuronenschutz

Antioxidantien schützen neuronale Strukturen vor reaktiven Sauerstoffspezies (ROS). Phytochemikalien wie Flavonoide, Catechine und Polyphenole wirken als Radikalfänger. Mitochondriale Energieversorgung ist für synaptische Plastizität und Langzeit-Potenzierung erforderlich; hier sind B-Vitamine und Magnesium zentral für die ATP-Synthese.

Biochemische Prozesse im Gehirn

Wichtige Mikronährstoffe

Mikronährstoff Biochemische Rolle D-A-CH Referenzwert (Erwachsene)
Vitamin B6 (Pyridoxal-5-Phosphat) Cofaktor in Aminosäuremetabolismus, Neurotransmittersynthese (Dopamin, Serotonin, GABA) 1,2–1,6 mg/Tag
Vitamin B12 (Cobalamin) Methylierungsreaktionen, Myelin-Bildung, Energiemetabolismus 3 µg/Tag
Folsäure (Vitamin B9) Methylierungsreaktionen, Nukleinsäure-Synthese, Neurotransmittersynthese 300 µg/Tag
Magnesium Cofaktor für ATP-Synthese, GABA-Rezeptor-Funktion, Neuroplastizität 300–350 mg/Tag
Zink Cofaktor in Neurotransmittersynapse, antioxidative Enzyme, Synapsenbildung 7–10 mg/Tag
Eisen Myelin-Bildung, Mitochondriale Cytochrome, Sauerstofftransport 8–18 mg/Tag

Natürliche Lebensmittelquellen

Nüsse und Samen

  • Walnüsse: 2–3 g ALA-Omega-3 pro 30 g; reich an Polyphenolen und Magnesium
  • Leinsamen: 2,3 g ALA-Omega-3 pro 2 Esslöffel; hoher Lignangehalt (Phytoöstrogene)
  • Kürbiskerne: 8,5 mg Zink pro 100 g; Magnesium, Omega-3-Vorstufen
  • Mandeln: 240 mg Magnesium pro 100 g; Vitamin E, Flavonoide
Nüsse und Samen

Beeren

  • Heidelbeeren: Anthocyanin-Gehalt bis 3,4 g/kg; antioxidativer Index sehr hoch
  • Brombeeren und Erdbeeren: Ellagsäure, Quercetin; Vitamin C
  • Schwarze Johannisbeeren: 1,5× höherer Anthocyanin-Gehalt als Heidelbeeren; Polyphenole
  • Aronia-Beeren: Proanthocyanidine 500–1000 mg/100 g (höchste unter Beeren)
Beeren

Blattgemüse und Grünes

  • Spinat: 558 µg Folsäure pro 100 g (gekocht); Magnesium 79 mg/100 g
  • Grüner Tee: 25–50 mg EGCG (Epigallocatechin-Gallat) pro Portion; L-Theanin 25–50 mg/Portion
  • Brokkoli: Sulforaphan-Vorstufen (Glucosinolate); 66 µg Folsäure
  • Rucola und Blattgrün: Hochdichte Nährstoffinhalte; Polyphenole
Blattgemüse

Weitere Quellen

  • Kurkumawurzel (Curcuma longa): Curcumin 2–9%; Piperidin-Alkaloide (aus Pfeffer) erhöhen Bioverfügbarkeit
  • Kakao: Flavanole 12–26 mg/g; Theobromin und Phenylethylamin
  • Kaffee: Chlorogensäure 0,5–5,0 g/l; Koffein 95–200 mg/Tasse
  • Fetter Fisch (Lachs, Makrele): EPA und DHA 1–2 g pro 100 g; Astaxanthin in wild gefangenen Varianten
Kurkuma und weitere Quellen

Traditionelle pflanzliche Rohstoffe

L-Theanin aus grünem Tee

L-Theanin ist eine nicht-proteinogene Aminosäure, die hauptsächlich in grünem Tee (Camellia sinensis) und schwarzem Tee vorkommt. Sie überwindet die Blut-Hirn-Schranke und erhöht die GABA-Konzentration im Gehirn, was zu einer beruhigenden Wirkung führt, ohne Müdigkeit zu verursachen. L-Theanin erhöht auch die Alpha-Wellen-Aktivität im EEG und moduliert die Dopaminfreisetzung. Typische Gehalte in grünem Tee betragen 1–3% des Trockengewichts. Die Kombination von L-Theanin und Koffein ist synergistisch und wird in der Literatur untersucht.

Grüner Tee und L-Theanin

Rhodiola rosea (Rosenwurz)

Rhodiola rosea ist eine adaptogene Pflanze, die in der traditionellen sibirischen und chinesischen Medizin verwendet wird. Die aktiven Inhaltsstoffe sind Rosavin, Salidrosid und Tyrosol. Diese Verbindungen beeinflussen die Funktion von Dopamin-, Noradrenalin- und Serotonin-Systemen und unterstützen die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse. Klinische Studien deuten darauf hin, dass Rhodiola bei geistiger Müdigkeit und Stressempfindlichkeit unterstützend wirkt. Der Rohstoff wird typischerweise als standardisierter Extrakt (3% Rosavine/1% Salidrosid) verwendet.

Rhodiola rosea

Bacopa monnieri (Wassernabel)

Bacopa monnieri wird seit Jahrtausenden in der ayurvedischen Medizin verwendet. Die aktiven Komponenten sind Bacosiden A und B, Luteolin und Apigenin. Diese beeinflussen die Neuroplastizität durch BDNF-Signalisierung, unterstützen die Acetylcholin-Synthese und haben antioxidative Eigenschaften. Bacopa-Extrakte zeigen in vitro eine Affinität zu Acetylcholin-Rezeptoren. Die Pflanze wird als getrocknetes Kraut oder standardisierter Extrakt (50% Bacosiden) verwendet. Die Verarbeitung ist zeitintensiv, da die Wirkstoffe durch Licht und Oxidation schnell degradieren.

Bacopa monnieri

Ginkgo biloba (Fächerbaum)

Ginkgo biloba ist eine lebende Fossilie mit über 200 Millionen Jahren Evolutionsgeschichte. Das Kraut enthält Flavonglykoside (24%), Terpenlactone (6%, Ginkgolide und Bilobalide) und Phenolsäuren. Diese Komponenten wirken als Radikalfänger, hemmen den PAF-Rezeptor (Plättchen-aktivierender Faktor) und verbessern die Mikrozirkulation. Ginkgo-Extrakte erhöhen den zerebralen Blutfluss und die Sauerstoffausnutzung. Standardisierte Extrakte (24% Flavone/6% Terpenlactone) sind weit verbreitet.

Löwenmähne-Pilz (Hericium erinaceus)

Der Löwenmähne-Pilz ist ein Speisepilz mit langer Verwendungsgeschichte in der asiatischen Medizin. Die bedeutendsten Inhaltsstoffe sind Polysaccharide, β-Glucane, Hericenone und Erinacine. Diese Verbindungen modulieren die NGF-Signalisierung (Nerve Growth Factor) und unterstützen die myelinisierte Axon-Regeneration. Erinacine und Hericenone sind hydrophob bzw. hydrophil und können somit die Blut-Hirn-Schranke durchdringen. Forschungen deuten darauf hin, dass Hericium-Extrakte die Synapsenbildung unterstützen und neuronale Plastizität fördern.

Löwenmähne-Pilz

Rosmarin (Rosmarinus officinalis)

Rosmarin ist eine Mittelmeerküche-Staude mit reicher ethnobotanischer Geschichte. Die Blätter enthalten Carnosolsäure, Carnosol, Rosmanol und Ursolsäure. Diese Polyphenole sind lipophil und überwindend die Blut-Hirn-Schranke. Sie inhibieren Acetylcholinesterase (das Enzym, das Acetylcholin abbaut) und wirken antioxidativ. Carnosolsäure aktiviert Nrf2-Signaling, das zelluläre Antioxidantien-Response auslöst. Rosmarinöl und Extrakte werden traditionell bei Gedächtnis-bezogenen Anwendungen eingesetzt. Das ätherische Öl enthält 1,8-Cineol, das die Riechwahrnehmung und limbische Reaktionen beeinflusst.

Einflussfaktoren auf kognitive Funktionen

Schlafqualität

Während des Schlafs findet die Glyphatic Clearance statt – ein Prozess, bei dem das zentralnervöse System Metaboliten und Proteinarkkumulationen ausspült. Schlafmangel beeinträchtigt diese Clearance und führt zu erhöhten Amyloid- und Tau-Spiegeln. Die Schlafarchitektur (REM- und NREM-Phasen) ist essentiell für Gedächtniskonsolidierung. Magnesium spielt eine Rolle bei der Schlaftiefe und GABA-Signalisierung.

Hydration

Das Gehirn besteht zu 75% aus Wasser. Chronische leichte Dehydration beeinträchtigt kognitive Funktionen, einschließlich Aufmerksamkeit, exekutive Funktionen und Gedächtnisabruf. Der Körper verliert Wasser durch Schweiß, Urin und Atmung. Der Flüssigkeitsbedarf wird durch Aktivitätsniveau, Klima und individuelle Faktoren bestimmt. Elektrolyte (Natrium, Kalium, Magnesium) sind für Zellmembran-Potenziale und neuronale Signalübertragung kritisch.

Bewegung und physische Aktivität

Aerobe Bewegung erhöht den BDNF-Spiegel (Brain-Derived Neurotrophic Factor) und fördert die Neurogenese im Hippocampus. Bewegung verbessert die zerebrale Durchblutung, reduziert Entzündungsmarker und optimiert den Mitochondrien-Stoffwechsel. Regelmäßige physische Aktivität ist mit besserer kognitiver Leistung und reduziertem neurodegenerativen Risiko assoziiert.

Einflussfaktoren auf kognitive Funktionen

Bildschirmzeit und Licht

Blaulicht von Bildschirmen unterdrückt die Melatonin-Produktion und kann den zirkadianen Rhythmus stören. Ein gestörter Rhythmus beeinträchtigt den Schlaf-Wach-Zyklus und die kognitive Leistung. Reduzierter Licht-Exposition vor dem Schlafengehen verbessert die Schlafqualität. Lichtverschmutzung und künstliche Beleuchtung haben globale Auswirkungen auf die Schlaf-Epidemiologie. Natürliches Licht, insbesondere Morgenlicht, stabilisiert den zirkadianen Rhythmus und verbessert die tägliche kognitiven Leistung.

Ernährungsrhythmus

Der Zeitpunkt der Nahrungsaufnahme beeinflusst den Stoffwechsel und hormonelle Rhythmen. Eine frühere Kalorienaufnahme ist mit besserer kognitiver Leistung am Morgen assoziiert. Der Blutzuckerspiegel beeinflusst Aufmerksamkeit und exekutive Funktionen unmittelbar. Intermittierende Fasten und zirkadianes Fasten zeigen in Studien Auswirkungen auf die Mitochondrien-Funktion und neuralen Stress-Resilienz.

Vergleich: Natürliche vs. isolierte Quellen

Natürliche Lebensmittelquellen

  • Vorkommen: In ganzer Lebensmittelmatrix mit hunderten begleitenden Phytonutrients
  • Bioverfügbarkeit: Oftmals optimiert durch Co-Faktoren; Magnesium mit Ballaststoffen und Phytaten
  • Stabilität: Wechsel zwischen Lager- und Verarbeitungsbedingungen; enzymatische Degradation möglich
  • Kosteneffizienz: Typischerweise kostengünstig; saisonale Verfügbarkeit
  • Akzeptanz: Vertraut, alltäglich, kulturell verankert
  • Beispiel: Heidelbeeren enthalten Anthocyanine + Flavonole + Vitamin C + Fasern + Polyphenole in synergistischen Mengen

Isolierte oder konzentrierte Verbindungen

  • Vorkommen: Einzelne Verbindung oder standardisierter Multi-Komplex in kontrollierter Dosierung
  • Bioverfügbarkeit: Technologisch optimiert (liposomale Formulierungen, Chelate); aber ohne Lebensmittel-Co-Faktoren
  • Stabilität: Unter kontrollierten Bedingungen hergestellt; längere Haltbarkeit; standardisierte Potenz
  • Kosteneffizienz: Höhere Pro-Portion-Kosten; aber präzise dosierbar
  • Akzeptanz: Wahrgenommen als „wissenschaftlich", aber oft als „Zusatz" stigmatisiert
  • Beispiel: Anthocyanin-Extrakt 50:1 aus Heidelbeeren; verliert begleitende Fasern und andere Phytochemikalien

Häufig gestellte Fragen

Nach D-A-CH-Referenzwerten beträgt die Empfohlene Tagesaufnahme für Erwachsene 300–350 mg Magnesium pro Tag. Der tatsächliche Bedarf ist individuell und hängt von Alter, Geschlecht, körperlicher Aktivität und Absorptionskapazität ab. Phytate und Oxalate in Lebensmitteln können die Magnesium-Absorption beeinträchtigen. Natürliche Quellen sind Kürbiskerne (559 mg/100 g), Spinat (79 mg/100 g gekocht) und Mandeln (240 mg/100 g).
Nicht alle Verbindungen können die Blut-Hirn-Schranke (BBB) durchdringen. Die BBB ist eine selektive Barriere, die lipophile (fettlösliche) Moleküle bevorzugt passieren lässt. Beispiele: L-Theanin hat ein Transporter-System; Carnosolsäure (aus Rosmarin) ist lipophil; viele Polyphenole sind hydrophil und können die BBB schlecht durchdringen, können aber periphere antioxidative Effekte und Mikroglien-Aktivierung beeinflussen. Erinacine aus Löwenmähne-Pilz sind bekannt für BBB-Penetration.
Folat ist die natürliche Form von Vitamin B9 in Lebensmitteln. Folsäure ist die synthetische oxidierte Form, die in Nahrungsergänzungsmitteln und angereicherten Lebensmitteln verwendet wird. Folat muss in der Leber durch das FMN-abhängige Enzym (Folat-Reduktase) in Tetrahydrofolat (THF) umgewandelt werden. Etwa 30–40% der Bevölkerung haben MTHFR-Polymorphismen, die diese Umwandlung beeinträchtigen. Natürliche Quellen (Spinat, Brokkoli, Hülsenfrüchte) enthalten Folat in verschiedenen Formen.
Schlaf ist essentiell für die Konsolidierung von Gedächtnis und die glyphatic Clearance des Gehirns. Schlafmangel (weniger als 7 Stunden pro Nacht) reduziert die Aufmerksamkeit, exekutive Funktionen und Arbeitsgedächtnis unmittelbar. Langfristiger Schlafmangel ist mit erhöhtem Risiko für neurodegenerative Erkrankungen assoziiert. Der REM-Schlaf ist kritisch für emotionale Verarbeitung und prozedurales Lernen; NREM-Schlaf für faktisches Gedächtnis und synaptische Homöostase. Magnesium und bestimmte Aminosäuren unterstützen die Schlafqualität.
Antioxidantien neutralisieren reaktive Sauerstoffspezies (ROS), die während des Zellstoffwechsels entstehen. Das Gehirn ist besonders anfällig für oxidativen Stress wegen seines hohen Sauerstoffverbrauchs und der hohen Konzentration von mehrfach ungesättigten Fettsäuren in Membranen. Endogene Antioxidantien-Enzyme (SOD, Katalase, Glutathion-Peroxidase) sind die erste Verteidigungslinie. Exogene Antioxidantien aus Lebensmitteln (Flavonoide, Vitamin C, Vitamin E) unterstützen dieses System. Übermäßige ROS führen zu Lipidperoxidation, Proteinoxidation und DNA-Schaden und sind in Alzheimer- und Parkinson-Pathologie beteiligt.
Ja. Aerobe Bewegung erhöht den Brain-Derived Neurotrophic Factor (BDNF), ein Schlüsselmolekül für synaptische Plastizität und Neurogenese. BDNF ermöglicht Long-Term Potentiation (LTP) und die Bildung neuer Synapsen. Bewegung verbessert auch die zerebrale Durchblutung, erhöht die Mitochondrien-Funktion und reduziert Entzündungsmarker (IL-6, TNF-α). Studien zeigen, dass regelmäßige körperliche Aktivität das Hippocampus-Volumen erhöht und kognitive Rückgang im Alter verlangsamt.
Acetylcholin ist ein wichtiger Neurotransmitter, der aus der Aminosäure Cholin und Acetyl-CoA synthetisiert wird. Es ist entscheidend für Aufmerksamkeit, Gedächtnis und Lernen. Der cholinerge System umfasst die Basalkernen (beteiligt an Belohnung und motorischer Kontrolle) und den Hippocampus (Gedächtnisbildung). Acetylcholinesterase ist das Enzym, das Acetylcholin abbaut; seine Inhibition durch Substanzen wie Carnosolsäure oder Huperzin A kann die Acetylcholin-Konzentration erhöhen. Cholin-reiche Quellen sind Eier, Fisch, Nüsse und Blattgemüse.
Omega-3-Fettsäuren, insbesondere DHA (Docosahexaensäure), sind Komponenten von Zellmembranen, besonders in Neuronen und Synapsen. DHA erhöht die Membranfluidität und optimiert die Signalübertragung zwischen Neuronen. EPA (Eicosapentaensäure) hat entzündungshemmende Eigenschaften. ALA (Alpha-Linolensäure) aus Pflanzen wird ineffizient zu EPA und DHA konvertiert (nur 5–10%). Fettfische (Lachs, Makrele, Sardinen) sind direkte Quellen für EPA und DHA. Ein Mangel an Omega-3 ist mit erhöhtem Risiko für Depressionen und kognitiven Rückgang assoziiert.
Das Gehirn ist ein großer Glukose-Konsument (ungefähr 20% des Körper-Glukoseverbrauchs). Stabile Blutzuckerspiegel sind kritisch für die Aufrechterhaltung der kognitiven Leistung. Schnelle Blutzuckerspitzen und -abfälle beeinträchtigen Aufmerksamkeit und exekutive Funktionen unmittelbar. Eine Low-Glycemic-Index-Ernährung mit Ballaststoffen, Proteinen und Fetten stabilisiert den Blutzuckerspiegel und verringert Glukose-Variabilität. Chronisch erhöhte Blutzuckerspiegel sind mit erhöhtem Alzheimer-Risiko assoziiert. Regelmäßige Mahlzeiten und Vermeidung von raffiniertem Zucker unterstützen kognitive Stabilität.
Nicht immer. Natürliche Quellen bieten die Vorteile der Lebensmittel-Matrix, begleitender Phytonutrients und synergistischer Effekte. Aber synthetische oder isolierte Formen bieten präzise Dosierung, längere Stabilität und Standardisierung. Ein ausgewogener Ansatz kombiniert beide: Schwerpunkt auf ganze Lebensmittel für tägliche Nährstoffe und gezielt isolierte Formen bei nachgewiesenem Bedarf oder Malabsorption. Die individuelle Genetik (MTHFR, APOE, weitere Polymorphismen) beeinflusst, welche Form effizienter ist. Eine fachqualifizierte Ernährungsberatung kann personalisierte Empfehlungen geben.
Ernährung ist ein wichtiger, aber nicht der einzige Faktor. Kognitive Funktionen sind multifaktoriell und hängen von Schlaf, körperlicher Aktivität, psychischem Stress, kognitiven Übungen, sozialen Kontakten und genetischen Faktoren ab. Eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Mikronährstoffen und Phytonutrients ist notwendig, aber nicht ausreichend für optimale Hirngesundheit. Ein holistischer Ansatz, der Schlaf (7–9 Stunden), regelmäßige Bewegung (150 min pro Woche aerob), Stressmanagement und kognitives Training kombiniert, zeigt die besten Ergebnisse für die Aufrechterhaltung normaler kognitiver Funktionen.

Wichtiger Hinweis

Die Inhalte dieser Website dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine neurologische, psychiatrische, ernährungsberaterische oder ärztliche Beratung. Es werden keine individuellen Empfehlungen ausgesprochen. Der Bedarf an Mikronährstoffen und pflanzlichen Verbindungen ist individuell verschieden und wird von Alter, Geschlecht, Lebensstil, Ernährungsgewohnheiten und Gesundheitszustand beeinflusst. Bei Konzentrationsproblemen, Gedächtnisstörungen oder anhaltenden Beschwerden sollte immer ein Facharzt (Neurologe, Psychiater) oder qualifizierter Ernährungsberater konsultiert werden.

Vertiefen Sie Ihr Verständnis

Die biochemischen Zusammenhänge zwischen Ernährung und kognitiven Funktionen sind komplex und multifaktoriell. Diese Website bietet einen umfassenden Überblick, aber die Wissenschaft entwickelt sich kontinuierlich weiter. Für tiefere Einsichten empfehlen wir:

Übersicht: Lebensmittel & Nährstoffe

B-Vitamine (B6, B12, Folsäure)

Funktion: Neurotransmittersynthese, Myelin-Bildung, Energiemetabolismus

Quellen: Blattgemüse, Eier, Fisch, Nüsse, Hülsenfrüchte

Magnesium

Funktion: ATP-Synthese, GABA-Rezeptor-Aktivierung, Neuroplastizität

Quellen: Kürbiskerne, Spinat, Mandeln, Kakao, grüner Tee

Zink

Funktion: Neurotransmitter-Rezeptor-Funktion, antioxidative Enzyme, Synapsenbildung

Quellen: Austern, Rind, Kürbiskerne, Cashews, Haferflocken

Omega-3-Fettsäuren (EPA, DHA, ALA)

Funktion: Membranfluidität, Neuroprotection, Entzündungskontrolle

Quellen: Fetter Fisch, Walnüsse, Leinsamen, Chiasamen

Polyphenole & Flavonoide

Funktion: Antioxidativer Schutz, BBB-Penetration, Mitochondrien-Unterstützung

Quellen: Beeren, grüner Tee, Kakao, Rotwein, Rosmarin

L-Theanin

Funktion: GABA-Erhöhung, Alpha-Wellen-Aktivität, Dopamin-Modulation

Quellen: Grüner Tee, schwarzer Tee, bestimmte Pilze

Übersicht Nährstoffe

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